Wiederholt sich 2022?
2022 war für die Anlegerinnen und Anleger ein Jahr zum Vergessen. Die Inflationsraten stiegen nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine rasant in die Höhe und zogen die Zinsen mit nach oben. Die Rendite für eine 10-jährige Franken-Obligation stieg von 0 % auf über 2 %. Da steigende Zinsen die Kurse der Obligationen senken, verlor ein durchschnittliches Obligationenportfolio 12 % an Wert. Die notwendigen Zinserhöhungen der Zentralbanken drückten auch die Aktienkurse, was beim Swiss Performance Index zu einem Rückgang von 16 % führte. Das saure Sahnehäubchen für Schweizer Anleger waren die zusätzlichen Verluste auf den Fremdwährungen. Steht uns nach dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten und dem Anstieg des Ölpreises eine Wiederholung von 2022 bevor?
Viel wird davon abhängen, wie sich die Lage rund um den Persischen Golf entwickelt und wie lange die Auseinandersetzungen andauern. Entsprechend unsicher sind alle diesbezüglichen Prognosen und Szenarien. Die Ausgangslage ist aber eine andere als 2022. Im Nachgang der Corona-Pandemie hatten die Leute viel Geld, das sie plötzlich wieder ausgeben konnten und wollten. Diese Nachfrage prallte auf einen Produktionsprozess, der aufgrund der Lieferkettenprobleme nach dem Corona-Lockdown noch nicht funktionierte, was sich in steigenden Preisen ausdrückte. Die hohen Energiepreise verstärkten den Inflationsschub, der schon zuvor wirkte.