Anlagemagazin /sicht

Bringen Sie sich regelmäßig auf den neuesten Stand zu den Entwicklungen an den Kapitalmärkten und lesen Sie das quartalsweise Dossier „Anlagemagazin /sicht“ aus dem Investment Center unseres Mutterhauses in St.Gallen.

Dr. Thomas Stucki
Leiter Investment Center
St.Galler Kantonalbank AG, Zürich

Erdöl mehr als nur ein Schmierstoff

SpaceX bewegt die Börsenwelt

Der Börsengang von SpaceX hat die Schlagzeilen dominiert und die Börsenwelt bewegt. Der Emissionspreis von 135 US-Dollar pro Aktie wurde von Elon Musk eigenhändig bestimmt und in den ersten Handelstagen übertroffen. Mit einem Marktwert von 2 Billionen US-Dollar gehört das Unternehmen zu den wertvollsten der Welt, obwohl es jedes Quartal Milliarden verbrennt und die Aktionärsstruktur so ausgestaltet ist, dass Elon Musk das alleinige Sagen hat. Dennoch ist die Euphorie, sich am Geschäft mit dem Weltraum und an den Visionen von Fabriken im All zu beteiligen, bei vielen Investoren groß. Für andere ist der Hype um

SpaceX der letzte Beweis für die Existenz einer Börsenblase.

Als Gegenargument zur Blasendrohung wurde bisher immer betont, dass die Tech-Giganten zwar teuer bewertet sind, aber in absurdem Ausmaß Geld verdienen. Ihre Umsätze und ihre Gewinne steigen von Quartal zu Quartal um zweistellige Prozentsätze. So hat der Chip-Hersteller Nvidia im letzten Jahr seinen Gewinn mit 120 Milliarden US-Dollar im Vergleich

zum Vorjahr fast verdoppelt. Die High-Flyer der Dotcom-Blase während der Jahrtausendwende basierten dagegen lediglich auf der Hoffnung, dass sich mit dem Internet vielleicht einmal etwas verdienen ließe.

SpaceX gehört auch zur letzteren Kategorie. Die Raketen des Unternehmens existieren zwar und fliegen regelmäßig Satelliten ins All. Starlink hat sich als zuverlässiges und in vielen Bereichen unverzichtbares Kommunikationssystem etabliert. Ob die hochtrabenden Visionen von der Besiedlung des Weltraums realisiert und kommerziell genutzt werden können, bleibt jedoch offen. Momentan hängt die Firma immer noch am Tropf des amerikanischen Staates. Den Haltern der Aktie ist das egal – die

fundamentalen Daten interessieren sie nicht. Die Aktie ist ein Spekulationsobjekt mit entsprechend großen Kursschwankungen. Von den einen wird sie kultmäßig geliebt, von den anderen gehasst.